Aktuelles Urteil: bei Minderjährigen verschleierte Internet-Werbung wettbewerbswidrig

Laut einem aktuellen Urteil des LG Berlins (LG Berlin, Urt. v. 23.03.2012 - Az.: 96 O 126/11) ist eine verschleierte Internet-Werbung bei einer Internetseite, die sich an Kinder und Jugendliche wendet wettbewerbswidrig. Geklagt hatte der Bundesverband der Verbraucherzentralen in Berlin gegen den Betreiber der Internetseite www.kindercampus.de. Die Internetseite bietet neben Nachrichten und Informationen auch ein Spiel- und Quizangebot. Auf dieser Seite erschien in einer Winterlandschaft ein Elch, der dem Nutzer einen Schneeball entgegen warf. Anschließend erschien die Aufforderung "Klick und wirf zurück". Daraufhin tauchte der Elch immer wieder an unterschiedlichen Positionen innerhalb der Winterlandschaft auf. Sobald der Nutzer mit dem Mauszeiger über einen auf der Seite befindlichen Werbebanner fuhr, erschien ein Fadenkreuz, mit dem der Spieler die Richtung markierte, in die ein Schneeball geworfen werden sollte. Nach drei Wurfversuchen wurde der Nutzer auf das Internetangebot www.ecke-des-monats.de des Unternehmens Müller umgeleitet. Das LG Berlin hat dies als Fall der unzulässigen Schleichwerbung eingestuft. Kinder und Jugendliche seien nicht in der gleichen Weise wie Erwachsene in der Lage, redaktionelle Beiträge von Werbung zu unterscheiden, daher müssten besonders hohe Anforderungen gestellt werden. Die am unteren oder oberen Bildrand klein gedruckte Angabe „Werbung“ oder „Anzeige“ reiche nicht aus. Das Gericht folgte damit nicht der Auffassung des Klägers, dass die Werbung durch die Bezeichnung schon ausreichend als solche gekennzeichnet sei