Der herkömmlichen Cloud fehlt es an Privatsphäre

Jederzeit auf seine Daten zugreifen können – das ist mittlerweile Alltag. Jederzeit heißt
auch überall, also insbesondere unterwegs und damit mobil. Die Cloud macht’s
möglich, hat aber ihre Tücken. Die persönlichen oder geschäftlichen Dokumente,
Notizen und Bilder können von anderen gelesen werden. Und bisweilen wird der
Zugriff verwehrt.
Vertrauliche Daten sollen nicht in die Hände anderer Leute gelangen. Wenn man Cloud-
Dienste nutzt, sollte man sich im Klaren sein, dass diese Anforderung an die eigene
Privatsphäre niemals erfüllt sein wird. Fast alle Cloud-Anbieter haben ihren Sitz oder eine
Niederlassung in den USA. Damit unterliegen sie nicht den europäischen
Datenschutzbestimmungen. Darüber hinaus sind sie noch an den Patriot Act gebunden, der
es der Amerikanischen Regierung ermöglicht, Einsicht in sämtliche Daten zu nehmen.
Betroffen sind nicht nur die bekannten großen Anbieter von Cloud-Lösungen wie Amazon,
Google, Microsoft, Apple, sondern auch Anbieter wie Dropbox und Evernote.

Ein zweites Manko: Man unterwirft sich durch das Akzeptieren der Allgemeinen
Geschäftsbestimmungen, ohne die keine Nutzung möglich ist, weitreichender
Bevormundung. Fast alle großen Anbieter behalten sich das Recht vor, bei “unzulässigen
Verhaltensweisen” den Account zu sperren oder sogar zu löschen. Der Zugang zu den
eigenen Daten ist damit verwehrt – eventuell sogar unwiederbringlich verloren. Bei Microsoft
z.B. sollte man weder Bilder von unbekleideten Personen noch Cartoons, in denen diese
vorkommen, speichern. Gleiches gilt für das Speichern von Weblinks zu Seiten, die eventuell
solche Daten beinhalten. Dessen sollte man sich bewusst sein, will man etwa die
Urlaubsbilder vom Strand in der Cloud speichern.

Es ist nicht nur lästig und unangenehm, den Account wieder entsperren zu lassen. Es dauert
mitunter Tage. So räumt sich Google in seinen AGB 24 Stunden Zeit ein, um auf eine
Sperrung zu reagieren. Währenddessen hat man keinen Zugriff auf seine Daten. Cloud
Computing bedeutet also: Man ist nicht mehr Herr der eigenen Daten. Jedem Nutzer sollte
zudem klar sein, dass die eigenen Daten jederzeit vom Vertragspartner durchsucht werden
können.

Des Weiteren sind Daten, die auf Servern im Internet gespeichert sind, also in der Cloud,
auch durch mögliche Kompromittierung von Hackern gefährdet. Auch muss sich ein Nutzer
immer vergegenwärtigen, dass ein Cloud-Dienst jederzeit seinen Betrieb einstellen kann
oder den Account des Nutzers vollständig kündigen kann.
Hat der Nutzer zuvor kein Backup seiner Daten angefertigt, sind diese verloren.
Bereits existierende alternative Lösungen, die sich dieselbe oder eine ähnliche Technik zu
nutze machen, genügen jedoch den Ansprüchen an Vertraulichkeit und Privatsphäre .