Facebook in den Schlagzeilen

Facebook at work… der Konzern will jetzt das Geschäftsfeld „Unternehmenskommunikation“ erobern. Zumindest ist da etwas durchgesickert – die Financial Times zitierte eine anonyme Quelle, die SZ lobhudelt, obwohl im Artikel dann doch kurz die Frage nach der Datensicherheit durchscheint. Nutzer sollen mit Kollegen chatten können, Informationen mit Geschäftspartnern austauschen und gemeinsam Dokumente bearbeiten. Derzeit befände sich das Angebot in der Testphase. Nun – das Anwendungsszenario klingt vertraut. Kollaborations-Software für Unternehmen gibt es schon lange am Markt. Die SZ vermutet, dass Facebook etwas gelingen könnte, was anderen versagt war. Es  „sexy oder gar innovativ“ hinzukriegen nämlich. Als wäre das ein Ziel, das Unternehmen vor allem im Fokus haben! Firmen und Organisationen in Deutschland benötigen schon rein rechtlich eine Datensicherheit, die der amerikanische Konzern bis heute konterkariert. Bevor also nicht klar ist, wie der Konzern mit Datenschutz umgeht, braucht sich kein deutsches Unternehmen Gedanken zu machen, ob es das – angebliche – „Gratisangebot“ des US-Giganten, das laut SZ bald den Massenmarkt ansprechen soll, annimmt.

Bekennender Datensammler

Denn noch vor wenigen Tagen gab es eine etwas andere Meldung: Facebook will noch mehr Daten sammeln, um personalisierte Werbung schalten zu können. Um den Usern offenbar die etwas bittere Pille zu versüßen, kommen gleichzeitig aktualisierte und zum besseren Verständnis gekürzte Datenschutz-Regeln heraus. Damit Interessierte besser verstehen, wie der weltweit agierende Konzern von den Daten seiner Nutzer partizipiert. Die Regeln findet man in einem extra Bereich,  den Grundlagen der Privatsphäre, in dem Facebook in 36 Sprachen Tipps und Anleitungen gibt, wie die persönlichen Daten im Sozialen Netz verwaltet werden können. Auch 15 Video-Anleitungen mit den am häufigsten gestellten Fragen stehen dort zur Verfügung. So ist zum Beispiel der Weg für ortsbasierte Werbung freigegeben, sofern der User seinen Aufenthaltsort verrät. Eine Woche lang, bis zum 20. November, können die Facebook-User nun die neuen Änderungen kommentieren – die frühere Möglichkeit zur Abstimmung hat Facebook allerdings abgeschafft.

Insgesamt muss sich die Facebook-Gemeinde durchaus im Klaren sein, dass Neuerungen nichts an der grundsätzlichen Datensammelei ändern. Sie sollen lediglich genauer darüber informiert werden, was mit ihren Daten geschieht. Auch die New York Times kritisiert: Die Werbung bestimmt weiterhin die Regeln. Beispielsweise genießt Facebook das Recht, alle Informationen für eine zielgerechte Platzierung von Anzeigen zu verwenden, die sie beispielsweise auch durch den „Gefällt mir“ Button erhalten. Nutzer bekommen dafür Rechte mitzubestimmen, welche Werbung sie angezeigt bekommen wollen. Aber sie können nicht entscheiden, ob sie überhaupt beworben werden wollen.