Internet Natives oder Internet Naives?

Im Zeitalter der digitalen Informationsverbreitung und Webkultur interessieren sich vor allem die jungen Generationen für das Internet. Fast jeder hat einen Account bei Facebook, Twitter, YouTube, Digg, Reddit, SchülerVZ, Flickr, Imgur und vielen anderen Social-Networking-Seiten. Man tauscht sich aus, diskutiert, organisiert und berichtet, was man gerade macht. Doch dieses fröhliche Herumtanzen im Web ist nur auf der obersten Schicht zu sehen. Darunter liegen seitenweise Code, und nicht nur guter Art. Nach 10 minütigem Herumbrowsen, merkt man schnell, dass sich die Werbung auf Facebook verändert hat. Plötzlich sieht man Werbung für Möbel, mit denen man sein neues Zimmer ausstatten könnte, bemerkt Anzeigen von Haustierfutter-Herstellern. Und das in der linken Ecke, ist das nicht das neue Computerspiel, auf das man so lange gewartet hat? Doch woher weiß Facebook, dass man erst seit 3 Tagen ein neues Heim hat, dass man sich eine Katze wünscht, dass endlich der neue Gaming-PC angekommen ist? Genau diese unteren Schichten, diese Seiten, gefüllt mit Code, haben es entdeckt, durch tagelange Spionage, unbemerkt und exakt. Mit Seiten wie Google Analytics und ähnlichem wird das Kaufverhalten, die Angewohnheiten, die Vorzüge und Ablehnungen von Millionen Personen genauestens analysiert, ausgewertet und abgeglichen, um ein digitales Profil des Benutzers zu erstellen. Auch Internet Natives werden so durchleuchtet und ausspioniert, ohne das sie es bemerken. Die Folgen sind nicht zu übersehen, auf einmal weiß eine Webseite den Namen oder die E-Mail-Adresse eines Users, ohne dass dieser sie jemals angegeben hatte. Sie schlägt ihm Personen als Freunde vor, die er bereits kennt, aber der Website niemals anvertraut hat. Man ist plötzlich nicht mehr mit dem Internet vertraut, sondern das Internet mit einem selbst.