Vernetzte Autos : IT-Sicherheitssysteme sind gefragt

IDgard_Vernetzung (2)Kleine Vorratsdatenspeicherung auf vier Rädern durch Smart Cars, davor hat Justizminister Heiko Maas gewarnt. Er sorgt sich um den Datenschutz bei vernetzten Autos und ermahnt die Autoindustrie dahingehend. Seiner Meinung nach muss der Verbraucher die Kontrolle über seine Daten behalten. Maas befürchtet, dass Menschen bei der fortschreitenden Digitalisierung zum „bloßen Objekt von Technik und Märkten werden“. Aber nicht nur die Autoindustrie springt auf diesen Zug auf, auch die Kfz-Versicherer nutzen diese Art der Datensammelei für ihre Zwecke. So erhalten nur noch Versicherungsnehmer, die einer digitalen Überwachung ihres Fahrverhaltens zustimmen, einen Rabatt. Der Bundesjustizminister kritisiert, dass so bald „die Freiheit des unkontrollierten Fahrens ein kostspieliger Luxus oder ganz unmöglich“ wird.

Auch wenn es vorerst angeblich nur darum ginge, Schadensfälle zu verhindern, so lassen sich mit Hilfe dieser Daten doch ganz einfach Bewegungs- und Verhaltensprofile von Personen erstellen und bieten somit große Möglichkeiten für einen Missbrauch.

Um derlei zu verhindern, stellt Heiko Maas sieben Forderungen an die Autoindustrie der Zukunft: Bereits bei der Entwicklung der Systeme müsse dem Datenschutz höchste Priorität beigemessen werden. Ferner muss der Fahrer vorab einer Datensammlung ausdrücklich zustimmen und ein „Aus-Knopf“ soll es dem Fahrer ermöglichen, die Übertragung seiner Daten kontrollieren und sogar zu stoppen. Zudem soll frei wählbar sein, welche Unternehmen Zugriff auf die gesammelten Daten erhalten. Missbrauch sowie Manipulation müssen durch sichere Systeme verhindert werden.

Datenschutz-Projekt CAR-BITS gewinnt BMWi-Förderung

Die Entwicklung eines solchen kann jetzt auf eine Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) zählen. Das Unternehmen Uniscon, das bereits mit dem Kommunikationsdienst IDGARD und der Sealed Cloud bewiesen hat, grundrechtskonforme Technologien entwickeln zu können, gewann gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Angewandte und Integrierte Sicherheit (AISEC), der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS)und der Continental Automotive GmbH im Wettbewerb „Smart Services Welt“ mit einem Datenschutz-Projekt für das Auto: CAR-BITS. Ziel ist es, die enormen Datenmengen, die durch Sensorsysteme im Auto entstehen, datenschutzrechtlich abzusichern und so das Recht auf die informationelle Selbstbestimmung des Fahrers zu wahren

Es gibt bereits Systeme im Auto, die erkennen, ob der Fahrer übermüdet ist, die selbst die Spur halten, Geschwindigkeitsbegrenzungen lesen können und andere Autos vor dem Beginn eines Staus warnen. Solche und noch weitergehende Systeme bis hin zum selbstfahrenden Auto können für mehr Fahrsicherheit sorgen und spielen eine immer größere Rolle im Verkehr und in der öffentlichen Diskussion.

Uniscon investiert seit seiner Gründung im Jahre 2009 speziell in Innovationen zum beweisbaren Schutz digitaler Daten. Alle Daten, die in der patentierten Sealed Cloud des Unternehmens verarbeitet werden sind durch unbestechliche technische Maßnahmen vor dem Zugriff Dritter geschützt. Weitere Möglichkeiten, diese Technologie einzusetzen, sind die grundrechtskonforme Vorratsdatenspeicherung Sealed Freeze und rechtskonformes Big Data, kurz Sealed Analytics. Beiden Technologie-Ansätzen liegt die Einsicht zugrunde, dass die Schätze von Big Data nur dann gehoben werden dürfen, wenn sich die Risiken einer unkontrollierten Weitergabe und eines Missbrauchs von Daten beherrschen lassen. Dazu muss man intelligente Technologien einsetzen.

Im Umfeld Mobilität stellt CAR-BITS einen Weg dar, die erhobene Daten zu nutzen, um die Verkehrssicherheit zu steigern, den Verkehrsfluss effizienter zu gestalten oder bereichsübergreifenden Anwendungen, die nichts mit Mobilität zu tun haben, eine Datengrundlage zu liefern. Denn mit CAR-BITS ist eine rechtskonforme Auswertung möglich.