Versicherer hält an Fitness-App fest

Die Generali-Versicherung führt trotz heftiger Kritik seine Fitness-App endgültig ein. Allen Protesten zum Trotz, will der italienische Versicherer seine umstrittene Anwendung zur Überwachung gesundheitsfördernden Verhaltens schon im ersten Halbjahr 2016 einsetzen. Die App zeichnet die Fitness eines Versicherten penibel auf. Bei gesunder Lebensführung gibt es dann einen Rabatt auf den Krankenversicherungsbeitrag, sozusagen als Belohnung für Wohlverhalten.

Die App selbst  steht in Sachen Datenschutz unter starkem Beschuss, da sie sehr persönliche Informationen wie Ernährung, Lebensstil und Sport-Gewohnheiten aufzeichnet und sammelt. Wie sie weiter verwendet wird und die sich daraus ergebenden negative Konsequenzen ist ungewiss. Kritik gibt es jede Menge, auch wenn die Konzernsprecherin betont, dass „Transparenz und Datenschutz höchste Priorität“ hätten.

Österreichische Kunden der Generali Krankenversicherung haben allerdings Glück. Sie bleiben von dieser neuen Art der Überwachung verschont. Denn in der Alpenrepublik darf die Prämienberechnung für Krankenversicherungen nur im Kollektiv erfolgen. Individuelle Prämien sind verboten und somit auch die Fitness-Rabatt-Belohnung.

Zurzeit springen nicht alle deutschen Versicherer auf den Spionage-Zug der Generali auf. Die Allianz Krankenversicherung entschied sich bewusst gegen die Einführung einer Fitness-App. Denn so verlockend die Erhebung dieser Art von Kundendaten auchfür einen Versicherer sein mag, so falsch und unverhältnismäßig ist dieser Überwachungsansatz, meint Birgit König, Chefin der Allianz-Krankenversicherung.