Versicherungsrabatte: Gesundheit versus Privacy

Kfz-Versicherer bieten das Modell schon: Rabatt gegen Überwachung. Sie gewähren also eine niedrigere Prämie, vorausgesetzt der Versicherte lässt das Fahrverhalten überwachen. Man hat sich daran bereits gewöhnt und nutzt dieses Angebot, wenn geht. Doch nun will die Generali Versicherung dies auch auf den privaten Krankenversicherungszweig Central umlegen. Sie bietet ihren Versicherten Gutscheine für Fitnesstudios oder Reisen an, wenn sie ihre körperlichen Aktivitäten mittels eines Fitnesstrackers überwachen lassen. Rabatte auf die Prämie sollen bald winken. Natürlich ist ein Fitnessarmband heute noch eine absolut freiwillige Aktion und macht für so manchen Diabetes-Patienten zum Beispiel durchaus Sinn.

Was für gesundheitsbewusste Menschen oft gar nicht schlecht klingt, sollte allerdings mit Vorsicht eingesetzt werden. Denn bei genauerem Hinsehen lässt sich der Trend zu einem überwachten Leben und einem heiklen Gesundheitsfanatismus erkennen, der von keiner Gesellschaft gewollt sein kann. Was jetzt vielleicht noch nützlich erscheint, könnte zu einem echten Problem werden, sobald dieses Modell zur Normalität zählt, weil z.B. die Mehrheit diese Angebote allzu gerne annehmen. Denn dann kann es schnell aus sein mit der Freiwilligkeit: Jeder, der sich danach gegen die Überwachung wehrt oder sich nicht mit technischem Gerät belasten will, landet dann automatisch in einer Risikogruppe und muss höhere Prämien zahlen, egal wie gesundheitsbewusst er tatsächlich lebt. Damit würde Privatheit gegen Gesundheit aufgerechnet.