Vertrauen Deutsche auf Datensicherheit?


Der Datensicherheit schenken Deutsche wenig Vertrauen: Mehr als ein Drittel (39 Prozent) der Internetnutzer ab 10 Jahren stellt bewusst keine persönlichen Daten, wie den Namen, das Alter oder die Adresse, ins Netz. Das geht aus einem Bericht des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zur privaten Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) 2015 hervor. Ein Viertel lädt vorsichtshalber gar keine Daten oder Dateien aus dem Internet herunter. 28 Prozent erledigen ihre Bank-Geschäfte lieber in der Filiale selbst – und nicht online. Frauen sind dabei noch vorsichtiger als Männer.

Ältere Nutzer legen auf die Sicherheit ihrer Daten wert

Wie Destatis weiter berichtet, nehmen Bedenken bezüglich der Internet- und Datensicherheit im Alter zu. Wohingegen vergleichsweise nur 26 Prozent der 10-24 Jährigen keine persönlichen Daten online stellen, steigt die Angst bei den 25-64 Jährigen. 41 Prozent dieser Altersgruppe bewegen sich vorsichtig im Netz und stellen keine personenbezogenen Daten ins Netz. Mit knapp der Hälfte (49 Prozent) liegen die Nutzer ab 60 Jahren dann deutlich vorn in puncto Sicherheitsbedenken. Wobei sogar 40 Prozent der über 65jährigen Downloads von Daten und Dateien aus dem World Wide Web vermeiden. Das Konzept der Metadaten – und wie verräterisch diese sein können, ist ihnen dabei jedoch leider oft noch gar nicht so richtig klar.

Das Sicherheitsbewusstsein und gerade die Skepsis hinsichtlich der Datensicherheit steigt weltweit. Das zeigt der der Conusmer Openness Index deutlich, den die Nürnberger Open-Source-Firma Open Xchange und March Communications durchführte. Auch hierin befragte man 3.000 Internetnutzer, jeweils 1.000 weibliche und männliche Personen aus Deutschland, Großbritannien und den USA zu ihren Online-Gewohnheiten und ihrer Einstellung bezüglich Privatsphäre und Datenschutz.

Wer trägt die Verantwortung für Datenschutz?

Ein Ergebnis dieser Umfrage ist, dass die Befragten einen Dienst, bei dem Daten verloren gegangen sind oder weiter verteilt werden, nicht mehr nutzen wollen. Das trifft zu 53 Prozent sogar den Social Media Bereich. In Deutschland ist die Hälfte der Befragten der Meinung, dass Firmen wie Facebook und Google auf keinen Fall Nutzerdaten teilen dürfen. 34 Prozent jedoch nehmen eine Datenweitergabe dann hin, wenn sie für Strafverfolgungsbehörden zur Erhöhung der Sicherheit wichtig sind. Ein Argument übrigens, das dazu führt, dass Behörden Terroristen und Verschlüsselung so gerne in einem Atemzug nennen.

Was Deutsche anders sehen als die amerikanischen und britischen Nutzer: Wo denn nun die Verantwortung für die Datensicherheit im Internet liegt. In den englischsprachigen Ländern schiebt man diese den speichernden Unternehmen zu, in Deutschland sehen 35 Prozent der Befragten die Verantwortung vorrangig bei den Nutzern selbst. Eine Sicht, die auch Innenminister Thomas de Maiziére gerne vertritt. An zweiter Stelle setzen Deutsche die Unternehmen und an dritter die Regierung.

Datensicherheit: Eine Frage des Wissens

Dass die deutschen Nutzer sich aber größtenteils gar nicht mehr in der Lage sehen, diese Verantwortung zu tragen, machen die folgenden Zahlen deutlich: Nur 22 Prozent glauben, ihre Daten gut schützen zu können; 68 Prozent meinen, ihre Daten einigermaßen schützen zu können. Die Hälfte der Befragten ist sich sogar sicher, dass ihre Daten noch nie kompromittiert wurden. Zumindest wurden sie noch nie dahingehend informiert. Realistische 28 Prozent geben zu, es nicht zu wissen.

Verschlüsselung nutzen nur 14 Prozent, 31 Prozent wissen gar nicht, ob sie ihre Daten überhaupt sichern. 40 Prozent erklären, auch künftig eher nicht verschlüsseln zu wollen, da sie sowohl den Umgang als auch die Einbindung von Verschlüsselungsmethoden als zu kompliziert empfinden. Wäre Verschlüsselung einfacher zu verstehen, sagt die Hälfte der Befragten, würde sie verschlüsseln. Außerdem würden sie gern nachvollziehen können, wer überhaupt Zugang zu den Daten im Internet hat bzw. sie überwacht. Dass Unternehmen Daten aktiv weitergeben, lehnt die Mehrheit kategorisch ab.

Unternehmen in der Pflicht

Einfacher ist es für Unternehmen, die Verantwortung für die Datensicherheit für die Kunden zu tragen:

  1. gibt es Compliance-Regeln, die sie sowieso einhalten müssen.
  2. lässt sich das Wissen zu generellen Sicherheitsfragen, zu Verschlüsselung, zu Sicherheitslücken und Gefahrenherden bei ihnen wesentlich besser bündeln.
  3. sollten sie am Vertrauen ihrer Kunden aus geschäftlichen Erwägungen heraus interessiert sein
  4. gibt es Hilfestellungen, damit sie rechtliche Vorgaben einhalten können
  5. gilt die Datensicherheit dann für alle ihre Kunden gleich und hängt nicht vom Know-How jedes einzelnen ab.

Doch damit Unternehmen diese Verantwortung überhaupt übernehmen können, benötigen sie Fachwissen und zuverlässige Instrumentarien. Eines ist der Schutzklassenrechner, der ermittelt, wie hoch der Schutz ist, den die unternehmenseigenen Daten brauchen.

Berechnen Sie die Schutzklasse für Ihre Daten!

Wenn Unternehmen wissen, welche Schutzklasse für ihre Daten geeignet ist, ist der weg zum richtigen Dienst nicht mehr weit.

Lesen Sie, worauf Sie achten sollten, wenn Sie einen Cloud-Dienst für Ihr Unternehmen suchen.